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Astigmatismus nach transskleraler Hinterkammerlinsenimplantation bei Kleinkindern

Research paper by H. Mittelviefhaus, K. Mittelviefhaus, J. Gerling

Indexed on: 01 Feb '02Published on: 01 Feb '02Published in: Der Ophthalmologe : Zeitschrift der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft



Abstract

Hintergrund. Ziel der vorliegenden Untersuchung war es, festzustellen, wie hoch der Astigmatismus nach skleraler Nahtfixation einer Hinterkammerlinse bei Kleinkindern ist und wie lange er bestehen bleibt. Darüber hinaus sollte eine Strategie für die postoperative Amblyopieprophylaxe entwickelt werden.Patienten und Methode. Bei 8 lentektomierten Augen, bei denen eine Kontaktlinsenunverträglichkeit bestand, wurden eine Hinterkammerlinse durch transsklerale Nähte fixiert und der postoperative Astigmatismus in den ersten 2 Monaten wöchentlich, danach in monatlichen Intervallen skiaskopisch gemessen. Die Hornhautradien wurden mit einem automatischen Handkeratometer (Alcon) bestimmt.Ergebnisse. Der induzierte Astigmatismus betrug 2,5–8,0 dpt und bildete sich bei 4 der 8 Augen innerhalb von 4 Wochen und bei 5 der 8 Augen innerhalb von 16 Wochen bis auf Werte unter 0,75 dpt zurück. Während der Astigmatismus bei einem Auge in 8 Wochen nur bis auf 2,0 dpt zurück ging, blieb er bei zwei Augen unverändert bei 2,5 dpt bzw. 2,75 dpt. Nach 16 Wochen war der Astigmatismus bei allen Augen konstant bei 0,5–2,75 dpt. Die Sehschärfe betrug 0,016–1,0.Schlussfolgerungen. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass sich der postoperative Astigmatismus in der Regel rasch zurückbildet und die Amblyopiebehandlung nicht gefährdet. Wir empfehlen einen postoperativen Astigmatismus, der größer als 2 dpt ist, bereits unmittelbar nach der Operation zur Hälfte im Brillenglas auszugleichen und das Kind im folgenden Vierteljahr häufig zu skiaskopieren, um das Brillenglas entsprechend nachkorrigieren zu können. Nach 16 Wochen kann die Vollkorrektur des Astigmatismus erfolgen.