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Assoziation angiographischer und immunhistochemischer Befunde bei Transplantatvaskulopathie nach Herztransplantation

Research paper by N. E. Hiemann, E. Wellnhofer, M. Hummel, R. Hetzer, R. Meyer

Indexed on: 01 Apr '04Published on: 01 Apr '04Published in: Zeitschrift für Herz-,Thorax- und Gefäßchirurgie



Abstract

Die Transplantatvaskulopathie (TVP) ist eine der hauptlimitierenden Faktoren für das Langzeitüberleben nach Herztransplantation (HTx). Ziel der Studie war zu untersuchen, ob es einen Zusammenhang zwischen Veränderungen der terminalen Strombahn und angiographischen Befunden graduiert anhand der Stanford Klassifikation und dem Gensini Score gibt.Es wurden 30 Patienten (8 Frauen, 22 Männer, mittleres Alter bei HTx 48 Jahre) untersucht. Von 209 rechtsventrikulären Rejektionskontrollbiopsieproben (EMB), die während der ersten 14 Monate nach HTx gewonnen wurden, wurden immunhistochemische Untersuchungen mit Antikörpern gegen α-Aktin (glatte Muskelzellen, SMCs) und Faktor (F) VIII (250 000 kDa, v. Willebrand-Faktor in Endothelzellen) durchgeführt. Von den Patienten wurden jeweils die erste und letzte koronarangiographische Untersuchung (mittlere Zeit nach HTx 8 und 44 Monate) evaluiert. Gemäß ihrer koronarangiographischen Befunde, graduiert anhand der Stanford-Klassifikation und dem Gensini Score, wurden die Patienten in eine TVP- und eine Vergleichsgruppe unterteilt. Alle Ergebnisse wurden anhand des χ2 und Mann-Whitney-Tests analysiert.1. Alle Patienten mit angiographischem Nachweis höhergradiger Koronararterienstenosen zeigten signifikant mehr α-Aktin- und F VIII-positive Blutgefäße (p < 0,05). 2. Es fand sich eine positive Korrelation von α-Aktin- und F VIII-positiven Blutgefäßen mit dem Auftreten von Stanford-Läsionen genauso wie der Höhe des Gesamtscores nach Gensini (p < 0,05). 3. Bei Patienten mit Typ-B-Läsionen fanden sich signifikant mehr α-Aktin- und F VIII-positive Blutgefäße als bei Patienten ohne solche Läsionen (p < 0,05). 4. Die Ergebnisse der histomorphometrischen Untersuchungen unterschieden sich nicht signifikant wenn die Patienten anhand des Schweregrades der TVP in den koronarangiographischen Untersuchungen gruppiert wurden.1. Koronarangiographische Untersuchungen sind als diagnostische Screeningmethode für die Feststellung einer TVP nach HTx geeignet. 2. Die Stanford-Klassifikation ist sensitiver für die Feststellung einer TVP mit mikrovaskulärer Beteiligung als die ausschließliche Graduierung nach Schweregrad und Lokalisation von Koronararterienstenosen (Gensini Score). 3. Minimale vaskuläre Veränderungen in der koronarangiographischen Untersuchung sind mit nur diskreten Veränderungen in der terminalen Strombahn assoziiert.