Quantcast

Anwendung von GLP-1-Rezeptoragonisten bei Patienten mit Niereninsuffizienz – ein Update

Research paper by Merker L.

Indexed on: 13 May '16Published on: 24 Apr '16Published in: Diabetologie und Stoffwechsel



Abstract

Menschen mit Typ-2-Diabetes steht in der Regel eine große Bandbreite an Antidiabetika zur Verfügung. Für Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist die Auswahl jedoch begrenzt, da die Pharmakokinetik unterschiedlicher Substanzen durch die renale Funktionsstörung verändert werden kann. So ist hier der Abbau exogenen Insulins verzögert. Basierend auf einer erhöhten Insulinresistenz besteht gleichzeitig ein erhöhter Insulinbedarf. Diese Dysbalancen lassen eine allgemeine Dosisempfehlung kaum zu. Vielmehr sollte die Therapie mit einer niedrigen Insulindosis begonnen und nach Bedarf auftitriert werden. GLP-1-Rezeptoragonisten weisen hingegen kein intrinsisches Hypoglykämierisiko auf und stellen daher eine mögliche Alternative für Patienten mit Niereninsuffizienz dar. Die Datenlage zu den GLP-1-Rezeptoragonisten verdeutlicht jedoch auch Unterschiede innerhalb dieser Substanzklasse. So werden Lixisenatid und Exenatide glomerulär filtriert, die Substanzen Liraglutid, Albiglutid und Dulaglutid hingegen nicht. Häufige gastrointestinale Nebenwirkungen sowie vereinzelte Berichte von schwerwiegenden Nebenwirkungen nach Anwendung von Exenatide bei Patienten mit Nephropathie verlangen eine strikte Überwachung und wenn nötig eine konservative Dosisanpassung durch den Arzt.