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Antibiotikatherapie bei COPD-Exazerbationen

Research paper by Rohde, Gernot G.U.

Indexed on: 14 Apr '18Published on: 28 Mar '18Published in: Der Klinikarzt



Abstract

COPD-Exazerbationen halten mehrere Wochen an und haben einen negativen Einfluss auf die Lungenfunktion und die Lebensqualität. Sie sind mit einer deutlich erhöhten Morbidität und Mortalität assoziiert, vor allem bei Krankenhausaufnahme. Je schwerer die zugrundeliegende COPD ist, desto höher ist das Risiko für schwere Exazerbationen, welche wiederum eine Krankhausaufnahme bedingen. Zu den Auslösern einer COPD-Exazerbation zählen Temperaturveränderungen, Luftverschmutzung und Zigarettenrauchen. Atemwegsinfektionen, ausgelöst durch Bakterien, vor allem aber durch Viren stellen mit zusammen mehr als 80 % mit Abstand die häufigsten Auslöser dar. Zur Standardtherapie einer COPD-Exazerbation zählt die Therapie der Atemwegsentzündung, die Therapie der Obstruktion und die Therapie der respiratorischen Insuffizienz. Inwieweit der Einsatz von Antibiotika einen zusätzlichen Nutzen beim Management von COPD-Exazerbationen hat, muss kontrolliert zur Standardtherapie untersucht werden. Grundsätzlich ist der Einsatz von Antibiotika auf die Fälle zu begrenzen, bei denen sicher von einer bakteriellen Genese auszugehen ist, was häufig an der Sputum-Purulenz festgemacht werden kann. Da es keine Evidenz für den Einsatz von Antibiotika bei der leichtgradigen Exazerbation (ambulante Therapie) gibt, sollte hier weitgehend auf den Einsatz von Antibiotika verzichtet werden. Bei mittel- bis schwergradiger COPD und nachgewiesener Sputumpurulenz kann der Einsatz von Antibiotika erwogen werden. Bei der schwergradigen Exazerbation mit der Notwendigkeit intensivierter Überwachung und Therapie werden in der Regel Antibiotika verordnet, wobei auch hier der Einsatz kritisch beurteilt werden muss. Wichtig ist in diesen Fällen, wiederholte Gaben derselben Substanzklasse zu vermeiden und somit bewusst sequentiell unterschiedliche Substanzklassen einzusetzen.