Quantcast

Acetabulum-Frakturen

Research paper by A. Opitz, V. Vécsei, M. Wagner, E. Trojan

Indexed on: 01 Feb '82Published on: 01 Feb '82Published in: Unfallchirurgie



Abstract

Es werden die Ergebnisse konservativer und operativer Therapie dislozierter Hüftpfannenbrüche verglichen, und es wird hervorgehoben, in welchen Fällen eine operative Stabilisierung vorteilhaft ist. Als Ursachen unbefriedigender Ergebnisse der operativen Therapie werden unter Berücksichtigung der Frakturform der primäre Gelenkschaden, Schwierigkeiten bei der operativen Reposition und Retention sowie septische Komplikationen angesehen. Operationsziel ist vor allem die fugenlose Rekonstruktion der Tragzone des Acetabulums. In 2/3 der Fälle wurde die Rekonstruktion zwischen dem 2. und 14. Tag durchgeführt. Seitenlage bei frei beweglichem Bein für den dorsalen und lateralen Zugang erleichtert in Verbindung mit einer Trochanter-Zugschraubenextension die operative Reposition. Von 64 Fällen konnten 45 Patienten nach einer Zeit von 2–13 Jahren kontrolliert werden. Die Nachuntersuchungsergebnisse wurden nach dem Schema von Merle d'Aubigné beurteilt. Bei 35 Patienten konnte eine sehr gutes oder gutes Ergebnis erreicht werden. In 3 Fällen mußte sekundär eine Arthrodese durchgeführt und ein Mal eine Totalendoprothese implantiert werden. Dislozierte Acetabulumfrakturen sollen möglichst bald operativ versorgt werden, wenn auf konservativem Wege keine anatomische Reposition erreicht werden kann, doch kann auch eine späte Rekonstruktion erfolgreich sein. Als absolute Operationsindikation wird eine Läsion des Nervus ischiadiscus betrachtet. Ein befriedigendes Ergebnis kann bei stufenloser Rekonstruktion auch bei schweren Gelenkszertrümmerungen erreicht werden.